Jusos Schwarzwald Baar

Statement zur geplanten Rundfunkreform der Jusos Schwarzwald-Baar

Veröffentlicht am 31.10.2024 in Pressemitteilungen

Der kürzlich gefasste Beschluss der Ministerpräsidenten-Konferenz sieht eine

Neugestaltung der öffentlich-rechtlichen Medien vor, die potenziell erhebliche

Einschnitte in deren Präsenz auf sozialen Plattformen zur Folge haben könnte. Die

Reform umfasst nicht nur die Reduzierung von TV- und Radioprogrammen, sondern

die Sender wie ARD und ZDF sollen künftig nur noch zu bestimmten Zeitpunkten,

abhängig von der Berichterstattung und eingeschränkt auf soziale Netzwerke,

eigene Berichte veröffentlichen dürfen. Das Ziel dieser Regelung ist es, eine

„presseähnliche“ Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Medien zu vermeiden.

Der Vermeidung der sogenannten „Presseähnlichkeit“ wird von den Befürwortern der

Reform eine besondere Relevanz beigemessen. Öffentlich-rechtliche Sender

könnten als Konkurrenz zu privatwirtschaftlichen Presseangeboten angesehen

werden, was die gesetzlich vorgeschriebene Trennung zwischen Presse und

Rundfunk in Frage stellen würde.

 

Kai Humphries, der Vorsitzende der Jusos im Schwarzwald-Baar-Kreis, äußert

Bedenken über „katastrophale“ Folgen durch die Verzögerung verlässlicher

Informationen.

Dadurch würde man erst zu bestimmten Zeiten von aktuellen

Entwicklungen erfahren, zu denen man bereits durch Online-Publikationen zeitnahe

Informationen erhalten hätte. Außerdem spielt die zunehmende Verbreitung von

Fake News und den daraus resultierenden Fehlinformationen oder sogar

Desinformation eine wesentliche Rolle, weshalb die zügige Bereitstellung geprüfter

Nachrichten durch ARD und ZDF unverzichtbar ist. Damit besteht das Risiko, dass

der Konsum von Qualitätsmedien online eingeschränkt wird und die Bürger Gefahr

laufen, auf unzuverlässige Medien zurückzugreifen.

 

Durch die Veröffentlichungen in den sozialen Medien hat die Bevölkerung jederzeit

Zugang zu geprüften und aktuellen Informationen. Dies könnte zukünftig durch die

Reform limitiert werden, mit der potenziellen Folge, dass nicht-öffentlich-rechtliche

Quellen herangezogen werden müssen. Somit würde der Zugang zu aktuellen und

qualitativ hochwertigen Informationen an die Sendezeiten der betreffenden

Rundfunkanstalten gebunden sein und wäre nicht mehr flexibel und kontinuierlich

möglich.

 

Klar ist, welche essentielle Rolle die öffentlich-rechtlichen Medien insbesondere in

den sozialen Medien für den Zugriff auf aktuelle, zeitgerechte und verlässliche

Informationen spielen. Allerdings bleibt abzuwarten, ob die Reform lediglich der

Förderung und dem Erhalt der klassischen Berichterstattung dient oder den Zugang

der Bürger zu zeitgemäßen und vertrauenswürdigen Nachrichten erschwert